Am 10. Juni 2026 lud der BSA Bezirksklub Döbling zu einem Gesprächsabend über den weltweiten Aufstieg autoritärer Politik, die Gefährdung demokratischer Institutionen und die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements für Freiheit und Demokratie ein.
Zu Gast waren der Politikwissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Florian Bieber, Professor für Südosteuropäische Geschichte und Politik an der Universität Graz, Leiter des Zentrums für Südosteuropastudien und Autor des Buches „Was Autokraten fürchten“, sowie der Politikwissenschaftler Dr. Vedran Džihić, Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip), Lektor an der Universität Wien und Autor des Buches „Jeder ist jemand“.
Im Gespräch analysieren sie, wie vermeintlich „starke Männer“ und autoritäre Bewegungen demokratische Institutionen schrittweise aushöhlen, gesellschaftliche Spaltungen vertiefen und politische Wirklichkeit durch Desinformation und Freund-Feind-Narrative verzerren. Sie diskutieren, warum Autokraten weltweit Protestbewegungen und zivilgesellschaftliches Engagement fürchten und weshalb Bürgerinnen und Bürger in autoritären und demokratischen Staaten gleichermaßen eine zentrale Rolle für die Verteidigung von Rechtsstaatlichkeit und Freiheit spielen.
Anhand aktueller Entwicklungen in Serbien, Ungarn, Georgien, Russland, den USA und Europa wird gezeigt, wie Protestbewegungen Missstände sichtbar machen, Transparenz einfordern und demokratische Kontrolle stärken können. Besonderes Augenmerk gilt dabei den landesweiten Protesten in Serbien nach dem Einsturz des Bahnhofsvordaches in Novi Sad, die Fragen nach politischer Verantwortung, Korruption und staatlicher Rechenschaftspflicht aufgeworfen haben.
Darüber hinaus wird erörtert, welche Herausforderungen rechtsextreme und autoritäre Kräfte für demokratische Gesellschaften darstellen, weshalb Demokratie niemals selbstverständlich ist und wie Mitmenschlichkeit, Zuversicht und persönliches Engagement dazu beitragen können, Freiheit und demokratische Werte langfristig zu sichern.
